Babyfreundliches Krankenhaus

Die Geburt des eigenen Kindes ist ein besonderes Erlebnis. Dabei ist es wichtig, dass die Eltern in der Geburtsklinik professionell betreut werden. Das Zertifikat „Babyfreundliches Krankenhaus“ der WHO und UNICEF ist eine gute Orientierungshilfe für werdende Eltern: Mit diesem Qualitätssiegel ist im November die größte Geburtsklinik im Kreis Gütersloh ausgezeichnet worden. Das Sankt Elisabeth Hospital ist das erste zertifizierte Babyfreundliche Krankenhaus der Region.

„Das gesamte geburtshilfliche Team macht eine hervorragende Arbeit, das haben wir selbst erlebt und es wurde uns von den befragten Eltern bestätigt“, ist Thea Juppe-Schütz, Leitende Auditorin der Initiative, voll des Lobes über das Team rund um Chefarzt Dr. Johannes Middelanis. Insgesamt 35 Interviews mit Schwangeren und Müttern, die ihr Kind im Sankt Elisabeth Hospital zur Welt gebracht haben, hat sie zusammen mit Gutachterin Elke Sporleder geführt: „Die Mütter würden die Geburtsklinik des Sankt Elisabeth Hospitals ihrer besten Freundin empfehlen, das spricht für die gute Beratung und Betreuung.“ Auch die Abläufe im Kreißsaal und auf der Wochenbettstation wurden von den Gutachterinnen genau geprüft und für sehr gut befunden. „Sie haben den Kodex der Initiative wunderbar umgesetzt, das Konzept wird von dem gesamten Team gelebt“, bestätigt Elke Sporleder. Mit dem Team sind die speziell geschulten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen, Kinderkrankenschwestern, Still- und Laktationsberaterinnen sowie die Hebammen und Fachärzte der Geburtsklinik gemeint. Sie alle fördern die Bindung zwischen Mutter und Kind sowie das Stillen: Die Eltern werden vor, während und nach der Geburt individuell beraten, betreut und ausführlich informiert. „Wir haben mit dieser Initiative erstmals für die gesamten Mitarbeiter der beteiligten Berufsgruppen multiprofessionelle, mehrtägige Schulungen realisiert“, ergänzt der stellvertretende Pflegedienstleiter Norbert Junker.

Der optimale Start ins Leben ist wichtig für eine intensive Mutter-Kind-Beziehung: Der Hautkontakt direkt nach der Geburt, das Rooming-in sowie das Anlegen der Neugeborenen an die Brust der Mutter sind wesentliche Bestandteile des Konzeptes in „zehn Schritten“. Dazu zählt auch, dass die natürliche Geburt unterstützt wird: „Meine Hochachtung und Wertschätzung gilt den Hebammen, die mit viel Engagement die natürliche Geburt fördern. Das hat Vorbildcharakter“, betont Thea Juppe-Schütz. Im Durchschnitt kommen täglich drei bis vier Kinder im Sankt Elisabeth Hospital zur Welt, ca. 21 Prozent der Neugeborenen werden per Kaiserschnitt entbunden. Damit liegt das Hospital weit unter der bundesweiten Kaiserschnittrate sowie unter der des Kreises Gütersloh, die 2014 bei über 30 Prozent lag.

Seit 2013 ist das Sankt Elisabeth Hospital aktives Mitglied in der Initiative der WHO und UNICEF. „Wenn man ein so umfangreiches Konzept verfolgt, muss man mit ganzem Herzen dabei sein, um es zu den Patientinnen zu tragen“, richtet Dr. Johannes Middelanis seinen Dank an das Team, „es ist toll, dass alle Mitarbeiter der Geburtsklinik dieses Konzept unterstützen.“ Die überaus positive Rückmeldung der Auditorinnen der WHO und UNICEF ist einmal mehr Bestätigung der funktionierenden Teamarbeit. So trägt das Sankt Elisabeth Hospital ab sofort als erste Klinik der Region den Titel „Babyfreundliches Krankenhaus“ – eine Auszeichnung, hinter der nicht nur ein international anerkanntes Konzept steckt, sondern vor allem viel Engagement und Herzblut der Mitarbeiter.

Die Zertifizierung in zehn Schritten:

Das Qualitätssiegel „Babyfreundlich“ beruht auf den internationalen Vorgaben der WHO und UNICEF. Dabei sind die B.E.St.®-Kriterien „Bindung“, „Entwicklung“ und „Stillen“ von zentraler Bedeutung. Im Rahmen der umfangreichen Zertifizierung müssen folgende inhaltliche Aspekte erfüllt werden:

1. Schriftliche B.E.St.®-Richtlinien auf der Grundlage der „Zehn Schritte für eine Babyfreundliche Geburtsklinik“.

2. Regelmäßige Mitarbeiterschulungen.

3. Schwangere Frauen über die Bedeutung und die Praxis der Bindungs- und Entwicklungsförderung unter Einbeziehung des Stillens informieren.

4. Den Müttern ermöglichen unmittelbar ab Geburt Hautkontakt mit ihrem Baby zu haben.

5. Den Müttern korrektes Anlegen zeigen und ihnen erklären, wie sie ihre Milchproduktion aufrechterhalten können.

6. Neugeborenen nur bei medizinischer Indikation Flüssigkeiten oder sonstige Nahrung zusätzlich zur Muttermilch geben.

7. 24-Stunden-Rooming-in praktizieren: Mutter und Kind bleiben Tag und Nacht zusammen.

8. Zum Stillen/Füttern nach Bedarf ermuntern.

9. Gestillten Kindern keine künstlichen Sauger geben.

10. Die Mütter auf Stillgruppen wie das „Stillcafé“ im Sankt Elisabeth Hospital hinweisen.