26. November 2025
First Lady besucht die Deutsche Schlaganfall Hilfe
Seit 2023 ist Elke Büdenbender Mitglied im Kuratorium der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Jetzt erlebte Deutschlands First Lady auf Einladung von Stifterin Liz Mohn einen bewegenden Nachmittag in der Gütersloher Stiftung.
Es war ein kleiner Kreis engagierter Menschen, die Liz Mohn zu ihrer Teestunde eingeladen hatte. Gemeinsam ist allen: Sie setzen sich für Menschen nach einem Schlaganfall ein. Als Kuratorin erfährt Elke Büdenbender viel über die Arbeit der Stiftung. Die Teestunde bot ihr darüber hinaus die Gelegenheit, persönlich mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.
Ehrenamtliche Schlaganfall-Helfer
Auch Gütersloher waren unter den Gästen. Der 29-jährige Zardad Surgol wurde im vergangenen Jahr durch eine Hirnblutung plötzlich aus dem Leben gerissen. Heute geht es ihm wieder verhältnismäßig gut, doch der Weg dorthin war schwer. Geholfen hat ihm sein ehrenamtlicher Schlaganfall-Helfer Mark Wiethoff aus Herzebrock-Clarholz. Die Schlaganfall-Helfer sind ein Gemeinschaftsprojekt der Schlaganfall-Hilfe und der Diakonie Gütersloh.
Extremlauf für die Stiftung
Für Projekte wie die Schlaganfall-Helfer ist die Stiftung dringend auf Spenden angewiesen. Matthias Landwehr (54), IT-Administrator bei Arvato Systems, unterstützte sie auf besondere Weise. Der Extremsportler berichtete, wie er im Juli den „Badwater 135“ absolvierte, einen der härtesten Langstreckenläufe der Welt. Nach 217 Kilometern durch die kalifornische Wüste bei teilweise 50 Grad Hitze kam er ins Ziel. Krönung waren die rund 7.000 Euro, die er als Spende für die Schlaganfall-Hilfe sammelte.
Neue Therapie-Möglichkeiten
Bei schweren Schlaganfällen gibt es seit einigen Jahren eine neue Behandlungsoption. Durch die so genannte Thrombektomie können große Gefäßverschlüsse mit einem Katheter aus dem Gehirn entfernt werden. Seit einiger Zeit kann auch das Elisabeth Hospital diese Behandlung anbieten. Neuroradiologe Prof. Dr. Till Heusner berichtete, wie dadurch Patienten, die noch vor wenigen Jahren schwer behindert gewesen wären, die Klinik heute aufrecht gehend verlassen.
Lotsinnen führen zurück ins Leben
Doch wie ergeht es denjenigen, die weniger Glück hatten? Wer hilft schwer betroffenen Patienten nach Entlassung aus der Klinik? Dafür möchte die Stiftung Schlaganfall-Lotsen im Gesundheitssystem etablieren, die Betroffene ein Jahr lang begleiten. Dr. Florian Bethke, Chefarzt der Neurologie im Klinikum Ibbenbüren, berichtete, wie wirksam die Lotsinnen an seiner Klinik Patienten helfen. Im Kreis Steinfurt hat sich darüber hinaus ein Netzwerk von Hilfeeinrichtungen gebildet (NeSSt e.V.), das Vorbild für viele Regionen in Deutschland sein kann.
Betroffene brauchen Beratung
Sandra Rahm aus Bochum erlebte den schweren Schlaganfall ihres Vaters aus der Angehörigen-Sicht. Durch diesen Schicksalsschlag fand die gelernte Krankenschwester ihre Berufung. Sie schrieb einen Ratgeber und begleitet heute als Coach andere Menschen durch schwierige Lebensphasen.
Neue Berufung gefunden
Eine schwere Phase durchlebte auch Jörg Zuber aus Ilsfeld in Baden- Württemberg. Die Lähmung, eine Sprachstörung und Gedächtnisprobleme stoppten seine Management-Karriere. Doch mit Hilfe seiner Ehefrau Tanja Eggers fand er aus der Krise heraus. Heute findet er neuen Sinn in seinem Leben, wenn er mit seiner ausgebildeten Besuchshündin Ginny in
Kindergärten und Pflegeheime geht oder Vorträge darüber hält, wie er zurück ins Leben fand.
Kunst hilft aus der Krise
Und dann wäre da noch die 25-jährige Karlotta Philippsen aus Bonn. Bereits als Kind erlitt sie einen Schlaganfall, der sie und ihre Familie vor große Herausforderungen stellte. Liz Mohn begleitet sie seitdem auf ihrem erfolgreichen Weg. Unterstützung erhielt Karlotta auch durch die Familien Camps der Schlaganfall-Hilfe, wo sie häufig an den Kunst-Workshops teilnahm. Jetzt steht die Bonnerin selbst kurz vor dem Abschluss ihres Kunsttherapie-Studiums und brachte Liz Mohn ein Gastgeschenk mit, ein kleines Portfolio ihrer künstlerischen Arbeiten.
Neue Eindrücke und viel Kraft gewonnen
Die Abschlussrunde machte deutlich, wie viel Kraft und neue Eindrücke alle aus den Begegnungen mit nach Hause nahmen, „Danke, dass Sie alle gekommen sind!“ sagte Elke Büdenbender zum Abschied. „Es ist ein Geschenk, sich mit Menschen wie Ihnen austauschen zu können, die so viel erlebt und so viel geleistet haben.“ Und Stifterin Liz Mohn wünschte sich, weiter in engem Kontakt zu bleiben.