04. Juni 2025
Erfolgreiche endoskopische Wirbelsäulen-OP ohne Vollnarkose

Ein medizinischer Eingriff der besonderen Art: Erwin Volmert wurde erfolgreich an der Lendenwirbelsäule operiert – ganz ohne Vollnarkose. Stattdessen wurde der minimalinvasive Eingriff unter örtlicher Betäubung mit zusätzlicher Schmerzmedikation durchgeführt. Der 90-jährige Patient war die ganze Zeit über wach, ansprechbar und im Gespräch mit dem Operationsteam.
„Eine endoskopische Lendenwirbeloperation wird bei uns regelmäßig mittels kleinster Schnitte durchgeführt“, betont Raed Abohussein, Kommissarischer Leiter der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie des Sankt Elisabeth Hospitals. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, bestimmte Eingriffe unter lokaler Betäubung – also ohne Vollnarkose –durchzuführen. Dies eröffnet insbesondere älteren oder schwer vorerkrankten Patienten eine wertvolle Chance, von modernen Op-Techniken zu profitieren, bei deutlich reduzierten Narkoserisiken und kürzeren Erholungszeiten. „Wir sine eine von wenigen Kliniken, die dieses Verfahren in dieser Form anbietet.“ Die Gütersloher Klinik ist als internationales Referenzzentrum für endoskopische Wirbelsäulenchirurgie anerkannt.
Ziel der Operation war es, den verengten Spinalkanal im unteren Rücken zu erweitern und einen Bandscheibenvorfall zu entfernen. „Ich konnte mich zuletzt gar nicht mehr bewegen“, erinnert sich Erwin Volmert an die starken Schmerzen kurz vor dem Eingriff. „Ich bin sehr dankbar, dass dieser Eingriff im Sankt Elisabeth Hospital durchgeführt werden konnte – das war für mich die beste Option.“ Der Rietberger klagte bereits seit Jahren über Schmerzen, zuletzt war es so schlimm, dass er notfallmäßig mit dem Rettungsdienst eingeliefert wurde. Seit mehr als 60 Jahren lebt er mit einem amputierten Bein und trägt eine Oberschenkelprothese. Eine Vollnarkose lehnte er aus persönlichen Gründen ab.
„Ich bin bereits am Tag nach der Operation wieder aufgestanden und war kurz danach komplett schmerzfrei“, zieht er heute zufrieden Bilanz. Dank des besonders schonenden, minimalinvasiven Verfahrens wurden die massiven Beschwerden direkt gelindert und die Lebensqualität erheblich gesteigert. „Erwin Volmert ist ein gutes Beispiel dafür, was moderne Anästhesie heutzutage leisten kann und wie durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Spezialisten der Wirbelsäulenchirurgie präzise Eingriffe möglich sind“, unterstreicht auch Prof. Norbert Zoremba, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie. Das endoskopische Verfahren ermöglicht Eingriffe an der Halswirbel- und der Lendenwirbelsäule, sodass Rückenerkrankungen ohne Vernarbungen oder Versteifungen gezielt behandelt werden können. „Ich bin hier in den besten Händen und kann die Klinik für Wirbelsäulenchirurgie nur weiterempfehlen“, erzählt Erwin Volmert strahlend.