15. Januar 2026
OP-Leiter Sinischa Wagner reiste mit Interplast nach Mosambik

Kindern in einer der ärmsten Regionen der Welt zu helfen – das ist Sinischa Wagner eine Herzensangelegenheit. Bereits zum elften Mal reiste er mit einem Interplast-Team nach Afrika. Auch diesmal führte die Reise nach Mosambik, einem von Bürgerkriegen und Krisen gebeutelten Land, in dem das Leben besonders für die Jüngsten eine große Herausforderung ist. Als erfahrener OP-Leiter des Elisabeth Hospitals Gütersloh begleitete er dort insgesamt 115 Eingriffe.
Die Voraussetzungen sind denkbar schlecht. Seit den Unruhen und der Blockade der USAid Hilfe, gehe es Mosambik wirtschaftlich noch schlechter und es fehle an allen Ecken und Enden, berichtet Wagner. Selbst die einfachsten Materialien wie Tupfer oder Desinfektionsmittel seien in den Krankenhäusern nicht vorhanden. Daher musste das Team alle benötigten Utensilien mitbringen – eine logistische Meisterleistung. Über Spenden organisierte Wagner Handschuhe, OP-Abdeckungen, OP-Mäntel, Nahtmaterial, Verbandstoffe und vieles mehr. Für die Reise wurde das Material auf mehrere Personen verteilt und am Ende stand das Team aus plastischen Chirurgen, Anästhesisten, Anästhesie-Pflegekräften, OP-Pflegekräften und Physiotherapeuten mit 35 Koffern und Übergepäck am Flughafen Frankfurt.
Unter Teamleiter Dr. Andre Borsche, Präsident von Interplast, Sektion Bad Kreuznach, konnten in den zwei Wochen gemeinsam 45 Patienten in 115 Eingriffen operiert werden. Darunter waren einige Kinder mit Verbrennungen, die unter entstellenden Narben und Funktionseinschränkungen litten. „Besonders berührt hat mich das Schicksal vom Jungen Ivo“, erzählt Sinischa Wagner. Der 17-Jährige litt unter Nasenkrebs in Folge dessen ihm die gesamte Nase amputiert wurde, weil keine plastischen Chirurgen zur Stelle waren. Es blieb ein Loch im Gesicht.
Für diesen jungen Mann konnte in einer achtstündigen Operation eine neue Nase aus Rippe und Knorpel aus der Ohrmuschel sowie Hauttransplantaten rekonstruiert werden. „Als er aus der Narkose erwachte, traute er seinen Händen nicht. Unter einem kleinen Gipsverband fühlte er eine komplett neue Nase“, beschreibt Wagner den Moment des Glücks und der Erleichterung.
Die schwierigen Arbeitsbedingungen vor Ort stellten das Team immer wieder vor Herausforderungen. Es gab an mehreren Tagen Stromausfall und die Operationen wurden unter Handylicht oder Stirnlampe fortgeführt. Die Stationen sind oft völlig überfüllt, sodass sich mehrere Patienten ein Bett teilen müssen, oder auf dem Boden mit Pappkarton als Unterlage in den Fluren oder im Treppenhaus schlafen.
Mahlzeiten kann das Krankenhaus nicht anbieten, deshalb sind die Patienten auf Hilfe von Familie und Freunden angewiesen. Neben direkter medizinischer Hilfe setzte das Interplast-Team auch auf Wissensvermittlung. Am Ende des Einsatzes konnten die mosambikanischen Kollegen zum ersten Mal selbstständig große Verbrennungsoperationen durchführten. „Voraussetzung für die Fortführung der Versorgung dieser Patienten ist, dass Material für Narkosen, Operationen und Wundversorgung vorhanden ist“, betont Sinischa Wagner. Dafür sammelt Interplast weiterhin Spenden. Ende 2026 soll es einen weiteren Einsatz vor Ort in Mosambik geben.
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