26. November 2025
Reanimation als Pflichtstoff: Elisabeth Hospital schult Lehrkräfte
Ab dem kommenden Schuljahr wird Wiederbelebung zum Unterricht an Schulen in NRW gehören. Die Lehrkräfte werden Schülern der Klassen 7 bis 9 beibringen, was im Notfall zu tun ist und wie die lebenswichtige Laienreanimation am besten durchgeführt wird.
Doch wo erhalten die Lehrer das entsprechende Wissen, damit sie es bestmöglich an die Schüler weitergeben können? „Da kommen wir ins Spiel“, sagt Prof. Norbert Zoremba. Der Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie am Elisabeth Hospital suchte den Kontakt zu den weiterführenden Gütersloher Schulen und Berufsschulen. „Teach the teacher“ heißt das Konzept. „Wir schulen die Lehrkräfte, sodass sie in der Lage sind, die Inhalte fachgerecht zu unterrichten“, erklärt Zoremba.
Die Janusz-Korczak-Gesamtschule meldete sich und so besuchten zehn Lehrkräfte am vergangenen Dienstag das Hospital am Stadtring Kattenstroth, um ihre Fähigkeiten rund um Notfälle auf den neusten Stand zu bringen. Zoremba und Kai Bonberg, Anästhesie- und Intensivpfleger am Elisabeth Hospital sowie erfahrener Kursleiter für Erste-Hilfe-Schulungen, schulten das Team der Gesamtschule theoretisch und praktisch. Bonberg bietet seit 2013 die BLS- und ALS-Kurse (Basic/Advanced Life Support) für alle medizinischen und pflegerischen Abteilungen des Hospitals im hauseigenen Simulationszentrum und direkt in den Bereichen an. „Richtlinien und Rahmenbedingungen waren ebenso auf der Tagesordnung wie Lehrdidaktik, praktische Übungen und die Frage, ob und wie man beatmet oder nicht“, so Zoremba.
„Wir haben angeboten, den ersten Durchlauf in der Schule zu begleiten, damit wir schauen können, ob wir unser Teach-the-teacher-Konzept noch einmal nachbessern können“, sagt Zoremba. Bislang sei das Feedback aber sehr positiv. „Gerne begrüßen wir auch Lehrerteams von anderen Schulen. Wiederbelebung und Erste Hilfe sind im Notfall überlebenswichtig.“ Der letzte Erste-Hilfe-Kurs liegt vielleicht schon länger zurück, die richtigen Handgriffe für eine Herzdruckmassage oder andere lebensrettende Maßnahmen sind in Vergessenheit geraten. „Viele Menschen scheuen sich deshalb davor überhaupt zu helfen – das kann ein Menschenleben kosten. Man kann nichts falsch machen außer man hilft nicht“, ermutigt Zoremba.
