Endokrine Chirurgie
Willkommen in der Sektion für Endokrine Chirurgie
Kompetenz in den Hormonerkrankungen: Ihre Spezialklinik für Schilddrüse, Nebenschilddrüse & Nebenniere
Die endokrine Chirurgie ist ein hochspezialisiertes Gebiet innerhalb der Viszeralchirurgie, das höchste Präzision und langjährige Erfahrung erfordert. Unsere Sektion ist interdisziplinär vernetzt – wir arbeiten eng mit Endokrinologen, Nuklearmedizinern und Pathologen zusammen, um für Sie ein individuelles Behandlungskonzept zu entwickeln.
Sprechstunde
Anmeldung in unserer endokrinen Spezialsprechstunde
Dienstags 14:00 -15:00 Uhr oder nach Vereinbarung
Wir besprechen im interdisziplinären Dialog die Befunde Ihrer Erkrankung und entwickeln für jeden Patienten einen individuellen Behandlungsplan. Wir beraten Sie umfassend über die Notwendigkeit einer Operation. Bitte senden Sie uns alle wichtigen Unterlagen möglichst vor der Vorstellung per E-Mail zu oder bringen Sie diese zum Vorgespräch mit:
- Ihre Krankenversicherungskarte
- Einen aktuellen Überweisungsschein
- Laborbefunde
- Aktuelle Arztbriefe und Verlaufskontrollen
- Aktueller Medikamentenplan
- Radiologische Untersuchungen
- Nuklearmedizinische Untersuchungen (idealerweise als CD oder Code)
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Endokrine Chirurgie – Präzision für Ihre Hormongesundheit
Spezialisiert, schonend, individuell
- Höchste Spezialisierung: Unser Team operiert überwiegend hormonbildende Organe. Hohe Fallzahlen garantieren Sicherheit.
- Modernste Technik: Einsatz von Neuromonitoring, Lupenbrille und HD-Laparoskopie.
- Intraoperative Untersuchungen: Histologische Schnellschnitte und laborchemische Kontrollen.
- Individuelle Betreuung: Vom ersten Kontakt bis zur Nachsorge werden Sie von einem festen Team betreut.
- Interdisziplinäres Tumorboard: Bösartige Erkrankungen werden wöchentlich mit Experten verschiedener Fachrichtungen besprochen.
Fragen und Antworten zu OPs an der Schilddrüse
Operationen an den Schilddrüse- und Nebenschilddrüsen sind ein traditioneller Schwerpunkt am Elisabeth Hospital Gütersloh. Unsere langjährige Erfahrung ist das Fundament des guten überregionalen Rufes auf diesem Gebiet und Ihr Garant für Ihre Sicherheit und die bestmögliche chirurgische Versorgung.
Für Sie als Patientin oder Patient ist die eigene Schilddrüsenoperation naturgemäß mit Ängsten, Befürchtungen, aber auch Hoffnungen verbunden. Hier findet sich im Folgenden auch die Antwort auf die 10 häufigsten Fragen zur Schilddrüsenoperation!
- Wie lange ist der stationäre Krankenhausaufenthalt? In der Regel dauert der Krankenhausaufenthalt von zwei bis vier Tage. Die stationäre Aufnahme erfolgt in der Regel am Tag der OP. Die Op.-Vorbereitungen finden im Vorfeld der stationären Aufnahme.
- Wie hoch ist das Krebsrisiko bei einer Schilddrüsenerkrankung? Eine gleichmäßig vergrößerte Schilddrüse und Schilddrüsenzysten bergen nahezu kein Krebsrisiko. Solide Schilddrüsenknoten hingegen weisen ein Krebsrisiko von ca. 1/1.000 auf, evtl. auch höher.
- Sind Schilddrüsenerkrankungen erblich? Gutartige Schilddrüsenerkrankungen zeigen eine leichte familiäre Häufung, wobei möglicherweise auch die Nahrungsgewohnheiten, insbesondere die Jod-Zufuhr und der Wohnort eine Rolle spielen. Bezogen auf den Schilddrüsenkrebs ist nur eine sehr seltene Variante, das C-Zell-Karzinom, erblich.
- Werden Schluckstörungen und Kloßgefühl nach der Schilddrüsenoperation weg sein?Soweit die (vergrößerte) Schilddrüse die Ursache der Schluckstörungen und des Kloßgefühls war, werden diese Beschwerden nach der Operation nicht mehr auftreten. In einigen Fällen haben diese Beschwerden und Atemnot andere Ursachen, so dass Diese leider nach der Operation fortbestehen können.
- Wie hoch ist das Risiko der Stimmbandgefährdung und Heiserkeit? Das Stimmband selbst ist durch die Operation nicht gefährdet, da es im Kehlkopfinneren liegt. Der Stimmbandnerv hingegen verläuft im OP-Gebiet, unmittelbar hinter der Schilddrüse. Er reagiert schon auf leichte Präparation in seiner Nähe gelegentlich mit Funktionseinschränkung. Diese können bis zu sechs Monate bestehen und sind voll rückbildungsfähig. Bei der sehr seltenen Durchtrennung des Stimmbandnervs einseitig ist der Patient langfristig heiser. Die Mikropräparation in Lupenbrillentechnik und der Einsatz eines modernen „Neuromonitoring“-Gerätes in unserer Op.-Abteilung, welches die Stimmbandnerven während der Operation sicher identifiziert, haben das Risiko von Komplikationen deutlich reduziert.
- Ab wann und für wie lange müssen Schilddrüsentabletten eingenommen werden?Falls Sie vor der Operation Tabletten gegen die Überfunktion der Schilddrüse einnahmen (z. B. Carbimazol), können Sie diese nach der Operation für immer absetzen. Nach Erhalt des schriftlichen Untersuchungsergebnisses der feingeweblichen Untersuchung werden Hormontabletten bzw. Tabletten zur Vermeidung eines erneuten Schilddrüsenwachstums verordnet, die lebenslang eingenommen werden sollten. Die Art und die Dosierung hängen von der Größe der verbliebenen Schilddrüse ab.
- Muss der Hautfaden gezogen werden? Normalerweise benutzen wir selbstauflösende Hautfäden, die nicht gezogen werden müssen. Ist dies nicht der Fall, werden Hautfäden im Halsbereich etwa am fünften Tag nach der Operation gezogen. Eine möglicherweise notwendige Wunddrainage kann spätestens am 2-en Tag nach der OP. Entfernt werden.
- Wie lange halten Schwellung und Bluterguss an? Ein Bluterguss ist bei Schilddrüsenoperationen selten und normalerweise innerhalb von fünf bis sieben Tagen verschwunden. Durch eine Stauung des Lymphabflusses kann eine leichte Wundschwellung entstehen, mitunter für zwei bis drei Wochen, bis sich der Abfluss der Lymphflüssigkeit reguliert hat.
- Wann ist duschen, baden oder schwimmen wieder erlaubt? Mit der Verwendung eines Duschpflasters ist das Duschen bereits ab dem zweiten Tag nach der OP möglich. Ab dem fünften Tag sollte die Narbe nach dem Duschen abgetupft und ein Pflasterwechsel vorgenommen werden. Auf Vollbäder, Schwimmen und Saunagänge sollte in den ersten zwei bis drei Wochen nach der OP verzichtet werden.
- Muss die Wunde behandelt werden? Was kann gegen unschöne Narbenbildung getan werden? Normalerweise ist die Wundheilung nach einer Schilddrüsenoperation komplikationslos, weshalb eine Salbenbehandlung nicht erforderlich ist. Allerdings sollte der Heilverlauf durch den Hausarzt kontrolliert werden. In sehr seltenen Fällen kommt es zu Keloiden (überschießender Narbenbildung), die eine Nachbehandlung erforderlich machen. Von einer sanften Eigenmassage der Wunde und der äußeren Anwendung von Silikonsalbe wurden vereinzelt positive Erfahrungen berichtet.
Zu guter Letzt
Etwaige Beeinträchtigungen nach der Operation sind vorübergehend und schon sehr bald geht es den meisten Patienten deutlich besser als vorher! Die Schilddrüsenoperation wird insgesamt gut vertragen, sofern die Op. von einem erfahrenen Chirurgenteam vorgenommen wird. Große Erfahrung in Bezug auf eine Operation senkt nachweisbar die Komplikationsrate und garantiert beste Behandlungsergebnisse. Dies gilt insbesondere für Krebsoperationen und Wiederholungseingriffe an der Schilddrüse sowie große Kröpfe.
Wenn Sie Fragen dazu haben, zögern Sie nicht uns in unserer Spezialsprechstunde anzusprechen. Das erfahrene Team der Sektion für endokrine Chirurgie am Elisabeth-Hospital Gütersloh hilft Ihnen gerne weiter!
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Schilddrüsenchirurgie
(Struma nodosa et diffusa, SD-Überfunktion, SD-Karzinom )
Die Schilddrüse ist für den Stoffwechsel essenziell. Erkrankungen wie gutartige Vergrößerungen (Struma), kalte/heiße Knoten, Überfunktionen (Morbus Basedow) oder bösartige Tumore (Schilddrüsenkrebs) erfordern eine präzise chirurgische Expertise.
Schilddrüsenerkrankungen lassen sich für eine chirurgische Fachseite am besten nach ihrer Funktion (Hormonhaushalt) und ihrer Morphologie (Form und Gewebe) kategorisieren.
Gutartige Formveränderungen (Struma)
Dies ist die häufigste Gruppe von Erkrankungen, oft bedingt durch Jodmangel.
- Struma diffusa: Gleichmäßige Vergrößerung der gesamten Drüse ohne Knotenbildung.
- Struma nodosa: Vergrößerung mit einem oder mehreren Knoten (einknotig/mehrknotig).
- Retrosternale Struma: Anteile der Schilddrüse wachsen hinter das Brustbein in den Brustkorb, was zu Atem- oder Schluckbeschwerden führen kann.
- Rezidivstruma: Ein erneutes Wachstum von Schilddrüsengewebe nach einer bereits erfolgten Operation.
Funktionelle Störungen (Über- und Unterfunktion)
Hier steht die Fehlproduktion von Hormonen im Vordergrund, die oft chirurgisch korrigiert werden muss, wenn Medikamente nicht ausreichen.
Hyperthyreose (Überfunktion)
- Schilddrüsenautonomie: "Heiße Knoten", die ungehemmt Hormone produzieren (z. B. autonomes Adenom).
- Morbus Basedow: Eine Autoimmunerkrankung, die die gesamte Drüse zur Überproduktion anregt, oft einhergehend mit Augenbeschwerden (Endokrine Orbitopathie).
- Hypothyreose (Unterfunktion): Meist durch Entzündungen bedingt; eine Operation ist hier nur bei mechanischer Einengung oder Krebsverdacht indiziert.
Entzündliche Erkrankungen (Thyreoiditis)
Entzündungen können schmerzhaft oder schmerzfrei verlaufen und die Gewebestruktur dauerhaft verändern.
- Hashimoto-Thyreoiditis: Häufigste chronische Autoimmunentzündung, die langfristig zur Zerstörung des Gewebes führt.
- Thyreoiditis de Quervain: Eine subakute, oft schmerzhafte Entzündung (meist nach viralen Infekten).
- Riedel-Struma: Eine seltene, "eisenharte" Vergrößerung durch bindegewebigen Umbau des Organs.
Tumore und bösartige Erkrankungen
Bei Krebsverdacht (z. B. "kalte Knoten" in der Szintigraphie) ist die chirurgische Abklärung entscheidend.
Gutartige Tumore: Adenome oder Zysten
Schilddrüsenkarzinome (Krebs):
- Papilläres Karzinom: Häufigste Form, metastasiert oft in die Halslymphknoten mit sehr guten Heilungschancen.
- Follikuläres Karzinom: Ebenfalls differenzierter Krebs, metastasiert in den Fernorganen (Lunge, Leber) mit meist guter Prognose.
- Medulläres Karzinom: Geht von den C-Zellen aus, tritt teils familiär gehäuft auf (MEN-Syndrome).
- Anaplastisches Karzinom: Sehr aggressiver, undifferenzierter Tumor mit sehr schlechter Prognose.
Schonende operative Techniken bei allen Schilddrüsenerkrankungen
Wir nutzen kleine Hautschnitte, häufig in einer Hautfalte am Hals. Diese wird abschließend mit einer intracutanen resorbierbaren Naht verschlossen und sorgt für ein optimales postoperatives kosmetisches Ergebnis am Hals.
• Funktionserhalt der Schilddrüse: Wir entfernen von dem Parenchym der Schilddrüse so viel wie notig und so wenig wie möglich. Während in vielen Fällen die einseitige Entfernung der Schilddrüse in Frage kommt, lässt sich in anderen bestimmten Fällen eine totale Schilddrüsenentfernung insbesondere bei Malignitäten nicht vermeiden.
• Funktionserhalt der Nebenschilddrüsen: Der Schutz der Nebenschilddrüsenfunktion steht ebenfalls im Fokus. Hierfür kommt der Einsatz von Lupenbrillen regelhaft zum Einsatz. Weiterhin erfolgt regelmäßige Funktionskontrolle der Nebenschilddrüsen sowohl prä- als auch postoperativ durch eine laborchemische Untersuchung der Werten von Calcium und Parathormon.
• Intraoperatives kontinuierliches Neuromonitoring: Durch ständige Überwachung der Stimmbandnerven während der Operation minimieren wir das Risiko von operationsbedingter Heiserkeit. Weiterhin erfolgt regelmäßige Funktionskontrolle beider Stimmbänder sowohl prä- als auch postoperativ durch eine HNO-ärztliche Untersuchung.
• Intraoperative Schnellschnitt-Untersuchung: zu Bestimmung der Diginität der verdächtigen Schilddrüsenknoten und Festlegung des erforderlichen Ausmaßes des chirurgischen Eingriffs.
• Onkologische Chirurgie:
Spezialisiert auf differenzierte und nicht differenzierte Schilddrüsenkarzinome inklusive zentrale Lymphknotenentfernung und laterale Neck dissection.
In lokal fortgeschrittenen Malignitäten der Schilddüse führen wir anspruchsvolle ausgedehnte Tumorresektionen in interdisziplinärer Kooperation mit unseren Kollegen der Thorax- und Gefäßchirurgie. Die sehr gut ausgestattete Intensivstation unserer Klinik garantiert eine optimale postoperative Betreuung solcher Fälle.
Ebenfalls die regelmäßige Vorstellung der Tumorpatienten in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz garantiert eine optimale Behandlung und Empfehlung nach den neusten Leitlinien unserer Fachgesellschaften.
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Nebenschilddrüsenchirurgie (Hyperparathyreoidismus)
Nebenschilddrüsen regulieren den Calciumhaushalt. Eine Überfunktion (primärer Hyperparathyreoidismus) führt oft zu Nierensteinen, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Magengeschwüre, Osteoporose und Knochenschmerzen oder psychischen Symptomen.
- Gezielte Chirurgie: Nach präoperativer Lokalisationsdiagnostik (Ultraschall, Szintigraphie) entfernen wir gezielt das erkrankte Nebenschilddrüsenadenom.
- Funktionserhalt der Nebenschilddrüsen: Der Schutz der Nebenschilddrüsenfunktion steht dabei ebenfalls im Fokus. Hierfür kommt der Einsatz von Lupenbrillen regelhaft zum Einsatz. Die adenomatös nicht veränderten Nebenschilddrüsen werden geschont. In bestimmten Fällen wie bei dem sekundären Hyperparathyreoidismus ist die komplette Entfernung aller Nebenschilddrüsen nicht vermeidbar, oft mit Kryokonservierung von Nebenschilddrüsengewebe und ggf. Replantation im Unterarm.
- Intraoperatives kontinuierliches Neuromonitoring: Durch ständige Überwachung der Stimmbandnerven während der Operation minimieren wir das Risiko von operationsbedingter Heiserkeit. Weiterhin erfolgt regelmäßige Funktionskontrolle beider Stimmbänder sowohl prä- als auch postoperativ durch eine HNO-ärztliche Untersuchung.
- Intraoperative Schnellschnitt-Untersuchung: zu Bestätigung der Diginität der adenom-verdächtigen Nebenschilddrüsenknoten und Festlegung des erforderlichen Ausmaßes des chirurgischen Eingriffs.
- Intraoperative Bestimmung vom Parathormon: Als Erfolgskontrolle nach Entfernung des Nebenschilddrüsenadenoms. Dadurch regulieren sich die, primär vor der Operation, erhöhten Werte vom Calcium und Parathormon rasch.
- Reoperationen: Expertise bei erneuten Eingriffen an den Nebenschilddrüsen (z.B. bei sekundärem Hyperparathyreoidismus).
Primärer Hyperparathyreoidismus (pHPT)
Dies ist die häufigste Form, bei der die Ursache direkt in den Nebenschilddrüsen liegt. Eine Überproduktion von Parathormon (PTH) führt zu einem erhöhten Kalziumspiegel im Blut.
- Solitäres Adenom: Ein einzelnes, meist gutartiges Geschwür an einer der vier Drüsen (ca. 85 % der Fälle).
- Multiglanduläre Erkrankung / Hyperplasie: Alle vier Drüsen sind vergrößert und überaktiv (oft bei familiären Belastungen).
- Doppeladenome: Zwei der vier Drüsen sind erkrankt.
- Nebenschilddrüsenkarzinom: Eine extrem seltene bösartige Form, die mit massiv erhöhten Kalziumwerten einhergeht.
Sekundärer Hyperparathyreoidismus (sHPT)
Hier ist die Überfunktion eine Reaktion auf eine andere Grunderkrankung.
- Renaler HPT: Bei chronischer Niereninsuffizienz und Dialysepatienten kann das Kalzium nicht reguliert werden; die Nebenschilddrüsen wachsen als Reaktion darauf (reaktive Hyperplasie).
- Malabsorptionssyndrome: Vitamin-D-Mangel oder Darmerkrankungen führen zu niedrigen Kalziumspiegeln, worauf die Drüsen mit Dauerstimulation antworten.
Tertiärer Hyperparathyreoidismus (tHPT)
Entsteht meist nach langjährigem sekundärem HPT (oft nach einer Nierentransplantation). Die Drüsen haben sich verselbstständigt und produzieren auch dann noch zu viel Hormon, wenn die ursprüngliche Ursache (z. B. das Nierenleiden) behoben ist.
Hereditäre (erbliche) Syndrome
Erkrankungen der Nebenschilddrüsen im Rahmen genetischer Defekte, die oft auch andere endokrine Organe betreffen:
- MEN 1 & MEN 2a (Multiple Endokrine Neoplasie): Hier treten Nebenschilddrüsentumoren kombiniert mit Tumoren der Bauchspeicheldrüse, der Hypophyse oder der Nebenniere auf.
- HPT-JT-Syndrom: Hyperparathyreoidismus in Verbindung mit Kiefertumoren.
Seltene Lagevarianten (Ektopie)
Da die Nebenschilddrüsen während der Embryonalentwicklung wandern, können sie an atypischen Orten liegen, was die chirurgische Suche ("Detektivarbeit") erschwert:
- Mediastinale Lage: Im Brustraum hinter dem Brustbein.
- Intrathyreoidale Lage: Innerhalb des Schilddrüsengewebes versteckt.
- Karotisscheiden-Ektopie: In der Nähe der großen Halsschlagadern.
Symptomkomplex (Die „klassische“ Trias)
Früher sprach man oft von der Trias, die bei diesen Erkrankungen auftritt:
- Stein-Leiden: Nierensteine durch zu viel Kalzium im Urin.
- Bein-Leiden: Knochenschmerzen und Osteoporose (Entkalkung).
- Magen-Pein: Magengeschwüre oder Entzündungen der Bauchspeicheldrüse.
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Nebennierenchirurgie
Die Nebennieren produzieren lebenswichtige Hormone (Cortisol, Aldosteron, Adrenalin). Tumore (Phäochromozytom, Conn-Adenom, Cushing-Adenom) oder bösartige Karzinome erfordern spezialisierte Chirurgen.
- Minimal-invasive Chirurgie: Standardmäßig führen wir Eingriffe an der Nebenniere laparoskopisch (Bauchspiegelung) und minimieren somit das gesamte Operationstrauma mit schneller Erholung und kurzer Aufenthalte.
- Hohe Fallzahl: Als regionales Zentrum für Endokrine Chirurgie bieten wir eine hohe Expertise in der spezialisierten Nebennierenchirurgie
- Funktionserhalt der Nebenniere: Wir entfernen von dem Parenchym der Nebenniere so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Während in vielen Fällen die einseitige Entfernung der Nebenniere in Frage kommt, lässt sich in anderen bestimmten Fällen (wie Cushing und Phäochromozytom) eine beidseitige Adrenalektomie nicht vermeiden.
- Onkologische Chirurgie: Spezialisiert auf gut und bösartige Tumoren der Nebennieren. In lokal fortgeschrittenen Malignitäten mit Befall der Nebennieren führen wir anspruchsvolle ausgedehnte multiviszerale Tumorresektionen. Die sehr gut ausgestattete Intensivstation unserer Klinik garantiert eine optimale postoperative Betreuung solcher Fälle. Die regelmäßige Vorstellung der Tumorpatienten in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz und die enge Absprache mit unseren endokrinologischen Kollegen garantieren eine optimale Behandlung.
Erkrankungen der Nebennierenrinde
Die Rinde produziert Hormone für den Salzhaushalt (Aldosteron), den Zuckerstoffwechsel (Cortisol) und Vorstufen von Sexualhormonen.
- Conn-Syndrom (Primärer Hyperaldosteronismus): Überproduktion von Aldosteron. Dies führt zu Bluthochdruck und oft zu einem niedrigen Kaliumspiegel im Blut.
- Cushing-Syndrom (adrenale Form): Ein Tumor der Nebennierenrinde produziert zu viel Cortisol. Typische Anzeichen sind Gewichtszunahme am Rumpf (Stammfettsucht), ein rundes Gesicht und Bluthochdruck.
- Adrenogenitales Syndrom (AGS): Eine angeborene Störung der Hormonbildung, die zu einer Vermännlichung führen kann.
- Nebennierenrindenkarzinom: Ein seltener, bösartiger Tumor, der oft sehr groß wird und mehrere Hormone gleichzeitig produzieren kann.
Erkrankungen des Nebennierenmarks
Das Mark ist für die Produktion von Stresshormonen (Katecholaminen) zuständig.
- Phäochromozytom: Ein hormonaktiver Tumor, der stoßweise Adrenalin und Noradrenalin ausschüttet. Dies verursacht anfallsartigen, oft schwer einstellbaren Bluthochdruck, Herzrasen und Schweißausbrüche.
- Ganglioneurom: Ein meist gutartiger Tumor, der aus Nervengewebe des Marks entsteht.
Hormonell inaktive Raumforderungen
Diese Tumoren werden oft zufällig bei Untersuchungen anderer Organe entdeckt.
- Nebennieren-Inzidentalom: Ein Zufallsbefund in der Bildgebung (CT/MRT), der größer als 1 cm ist. Hier muss geklärt werden, ob er doch Hormone bildet oder bösartig wachsen könnte.
- Nebennierenmetastasen: Absiedlungen von Krebserkrankungen anderer Organe (z. B. Lungen- oder Brustkrebs) in der Nebenniere.
- Nebennierenzysten: Flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, die meist harmlos sind, aber bei großer Größe operiert werden müssen.
Funktionsverlust (Unterfunktion)
Morbus Addison: Ein chronischer Mangel an Nebennierenrindenhormonen (z. B. durch Autoimmunerkrankungen), der lebensbedrohlich sein kann, aber meist medikamentös und nicht chirurgisch behandelt wird.
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Neuroendokrine Tumore (NET)
Neuroendokrine Tumore sind komplexe, seltene Neubildungen, die Hormone bilden können. Sie treten häufig im Magen-Darm-Trakt (GEP-NET) oder Pankreas auf.
- Interdisziplinäres Netzwerk: Wir behandeln NET im Rahmen eines zertifizierten Onkologischen Zentrums.
- Onkologische Chirurgie: Die sehr gut ausgestattete Intensivstation unserer Klinik garantiert eine optimale postoperative Betreuung solcher Fälle. Die regelmäßige Vorstellung der Tumorpatienten in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz und die enge Absprache mit unseren endokrinologischen Kollegen garantieren eine optimale Behandlung.
- Ganzheitlicher Ansatz: Die operative Entfernung steht im Fokus, oft in Kombination mit funktionellen Bildgebungsverfahren (z.B. DOTATOC-PET/CT).
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Multiple Endokrine Neoplasien (MEN Typ I, Typ IIa, Typ IIb)
Die Sektion Endokrine Chirurgie unseres Klinikums ist spezialisiert auf die Diagnostik und chirurgische Therapie seltener, erblicher endokriner Tumorerkrankungen. MEN-Syndrome (Multiple Endokrine Neoplasien) erfordern aufgrund der Beteiligung mehrerer hormonproduzierender Organe eine hochspezialisierte, interdisziplinäre Betreuung. Unser Ziel ist es, die Indikationsstellung zur Operation zu prüfen, durch präzise Chirurgie die Hormonfunktion zu normalisieren und bösartige Tumore zu entfernen bzw. deren Entstehung zu verhindern. Die Behandlung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Endokrinologen, Genetikern, Pathologen, Gastroenterologen und Pädiatern im Rahmen unserer wöchentlichen Tumorkonferenz. Weitere Leistungen unserer Sektion: Langzeit-Nachsorge und Screening-Programme für Familienangehörige.
Was sind MEN-Syndrome?
MEN-Syndrome sind autosomal-dominante Erbkrankheiten, bei denen es zur Bildung von Tumoren oder Hyperplasien (Gewebsvermehrung) in zwei oder mehr endokrinen Drüsen kommt.
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MEN Typ 1 (MEN 1 / Wermer-Syndrom)
Bei MEN 1 ist primär der "3P"-Bereich betroffen: Nebenschilddrüsen, Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und Hypophyse (Hirnanhangsdrüse).
Chirurgische Schwerpunkte bei MEN 1
• Nebenschilddrüsen (Hyperparathyreoidismus): Nahezu 100 % der Patienten entwickeln eine Überfunktion, meist durch Adenome oder Hyperplasie. Wir führen eine (sub-)totale Parathyreoidektomie durch, oft mit Kryokonservierung von Nebenschilddrüsengewebe.
• Pankreas/Duodenum (Neuroendokrine Tumore - NET): Operative Entfernung von hormonaktiven (z.B. Gastrinome, Insulinome) oder inaktiven Tumoren. Einsatz minimal-invasiver laparoskopischer Techniken.
• Hypophyse: Enge Kooperation mit der Neurochirurgie bei Prolaktinomen oder Akromegalie.
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MEN Typ 2 (MEN 2a & 2b / Sipple-Syndrom)
MEN 2 wird durch Mutationen im RET-Protoonkogen verursacht und ist durch ein sehr hohes Risiko für bösartige Schilddrüsentumore gekennzeichnet.
MEN Typ 2a (Sipple-Syndrom)
• Medulläres Schilddrüsenkarzinom (MTC): >90 % der Fälle.
• Phäochromozytom: Nebennierentumor (ca. 30–50 % der Patienten).
• Nebenschilddrüsenüberfunktion: Primärer Hyperparathyreoidismus.
MEN Typ 2b (Wagenmann-Froboese-Syndrom)
• Medulläres Schilddrüsenkarzinom (MTC): Sehr früh auftretend und aggressiver Verlauf.
• Phäochromozytom: Häufig bilateral (beidseitig).
• Klinische Merkmale: Neurome an Lippen/Zunge, marfanoider Habitus (Hochwuchs).
Chirurgische Strategie bei MEN 2 (a/b)
- Prophylaktische (vorbeugende) Thyreoidektomie: Bei gesichertem Gendefekt ist die Entfernung der Schilddrüse (inkl. zentraler Lymphknotendissektion) der Goldstandard, um Krebs zu verhindern. Der Zeitpunkt richtet sich nach dem spezifischen RET-Mutationstyp (oft im frühen Kindesalter).
- Phäochromozytom-Chirurgie: Meist minimal-invasive (laparoskopische) Entfernung der Nebenniere(n), bevorzugt organerhaltend.
Kontakt
Dr. med. (SYR) MHBA George Saada
Sektionsleiter Endokrine Chirurgie
Sekretariat:
Anja Preckel
Katharina Verkamp
Tina Stracke
Tel. 05241 507-7110
Fax 05241 507-7190
Email schreiben
Endokrine Spezialsprechstunde:
dienstags 14 bis 15 Uhr
oder nach Vereinbarung









