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30.10.2020

Lungen-OP ohne Voll-Narkose

Minimalinvasive Thoraxchirurgie und moderne Anästhesie machen es möglich

Während der gesamten Lungenoperation ansprechbar sein und direkt danach mobil und schmerzfrei: Diese Erfahrung machten bereits die ersten Patienten im Sankt Elisabeth Hospital, die von der innovativen Operationstechnik profitiert haben. Seit Anfang des Jahres können minimalinvasive Eingriffe an der Lunge und am Rippenfell ohne Beatmung und Allgemeinanästhesie im seit 2009 etablierten Lungenzentrum Gütersloh durchgeführt werden.

Dabei befindet sich der Patient in einem leichten Schlaf, ist aber während der gesamten Operation ansprechbar. Sein Herz- Kreislaufsystem sowie die Atmung werden kontinuierlich überwacht. „Diese neue Methode ermöglicht es in einem wachen Zustand eine völlig schmerzfreie und ruhige Operation in der Schlüssellochtechnik, also mittels kleiner Schnitte, durchzuführen“, erklärt Christian Wilmsmeier, Sektionsleiter der Thoraxchirurgie des Sankt Elisabeth Hospitals. Durch das gewebeschonende Vorgehen erholen sich die Patienten nach der Operation oft schneller, haben weniger Schmerzen und sind früher wieder mobil. Auch vergleichsweise komplexe Operationen an der Lunge können ohne eine tiefe Narkose in Spontanatmung, also ohne das Einführen eines Beatmungsschlauches in die Luftröhre, durchgeführt werden. In enger Abstimmung mit den Spezialisten der Anästhesie ist die sogenannte NIVATS-Methode (non intubated video assisted thoracic surgery) insbesondere für ältere und multimorbide Patienten geeignet, denen eine klassische Voll-Narkose stärker zusetzen würde.

„Der zentrale Vorteil dieser Methode ist die Reduktion von Narkoserisiken und Komplikationen“, bestärkt Prof. Norbert Zoremba, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie. Dadurch werde beispielsweise das Risiko einer Lungenentzündung nach der Operation deutlich minimiert. „Prinzipiell sind viele Lungeneingriffe in dieser Technik möglich, auch ausgedehnte Lungenteilentfernungen bei Lungenkrebs oder lasergestützte Operationen“, so Sektionsleiter Christian Wilmsmeier. Das speziell geschulte Team, bestehend aus Thoraxchirurg, Anästhesist, Assistenzarzt sowie Anästhesie- und OP-Pfleger, arbeitet dabei interdisziplinär Hand in Hand.

Damit wird das Portfolio der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Minimalinvasive Chirurgie am Sankt Elisabeth Hospital um ein modernes und schonendes Verfahren erweitert. Vor allem in Zeiten von Corona sei es zudem wichtig, den Lungenpatienten bestmögliche und moderne Therapieverfahren anzubieten. Aber natürlich ist auch die klassische Voll-Narkose weiterhin eine Option: „Es wird immer individuell mit dem Patienten zusammen entschieden, welches die beste Methode für ihn ist.“

OP ohne Voll-Narkose: Chefarzt Prof. Norbert Zoremba (von links), Christian Wilmsmeier, Sektionsleiter der Thoraxchirurgie, sowie OP-Pfleger Thomas Fehn operieren den Lungenpatienten im wachen, ansprechbaren Zustand im Sankt Elisabeth Hospital.