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17.09.2021

Alterstraumazentrum spannt sich über vier Standorte

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) überreicht das offizielle Zertifikat

Zu schnell aufgestanden, das Gleichgewicht verloren und schon ist es passiert. Der 80-Jährige muss mit einem Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus behandelt werden. Nach einem Knochenbruch wieder auf die Beine zu kommen, fällt vielen älteren Patienten schwer. Um ihre Genesung bestmöglich zu unterstützen, haben sich die entsprechenden unfallchirurgischen und geriatrischen Fachkliniken am Sankt Elisabeth Hospital Gütersloh, am Sankt Lucia Hospital Harsewinkel, am Klinikum Gütersloh und am LWL-Klinikum Gütersloh zu einem interdisziplinären und Standort übergreifenden Alterstraumazentrum (ATZ) zusammengeschlossen. Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat nach einem sehr erfolgreichen Audit das offizielle Zertifikat überreicht.

„Stürze im höheren Alter sind oft ein einschneidendes Erlebnis, sie können zu bleibenden Einschränkungen führen“, weiß Dr. Birgit Wippern, Chefärztin der Klinik für Geriatrie am Sankt Lucia Hospital. Mit dem Zusammenschluss der vier Kliniken unter der Leitung der Chefärzte Dr. Philipp Bula (Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Orthopädie, Plastische-, Ästhetische- und Handchirurgie, Klinikum Gütersloh), Dr. Dieter Mann (Klinik für Unfallchirurgie, Sankt Elisabeth Hospital), Dr. Kerstin Sudbrak (Klinik für Geriatrie und Innere Medizin, LWL-Klinikum) und Dr. Birgit Wippern steht den Patienten jetzt ein interdisziplinäres Fachzentrum zur Verfügung. Ziel ist es die Betroffenen durch eine zügig an den speziellen Bedürfnissen orientierte Therapie möglichst wieder in ein eigenständiges Leben zu Hause zu entlassen.

„Viele ältere Menschen müssen nach einem Unfall aufgrund von altersspezifischen Mehrfacherkrankungen wie zusätzlichem Diabetes, Demenz, Herzinsuffizienz oder Osteoporose nicht nur unfallchirurgisch, sondern gleichzeitig auch geriatrisch versorgt werden“, erklärt Dr. Kerstin Sudbrak vom LWL-Klinikum zu der Frage, warum Patienten von einem interdisziplinären Alterstraumazentrum profitieren. Hierüber werden alle für die Genesung wichtigen Therapien koordiniert.

Akut in der Notaufnahme erfolgt ein so genanntes ISAR-Screening bei Patienten über 70 Jahre mit alterstypischen Frakturen. Hierzu zählen Knochenbrüche des Oberschenkelknochens in Nähe der Hüfte, schulternahe Brüche des Oberarmknochens sowie Brüche der Wirbelkörper, des Beckens oder Frakturen im Bereich von implantierten Schulter, -Knie- oder Hüftprothesen. Kommen noch internistische oder neurologische Vorerkrankungen hinzu, greifen die Strukturen des Alterstraumazentrums. „Noch am Tag der stationären Aufnahme im Krankenhaus betreuen wir unsere Patienten gemeinsam mit Fachärzten und Fachpflegepersonal aus der Unfallchirurgie und der Altersmedizin, dadurch erzielen wir sehr gute Erfolge“, berichtet Dr. Philipp Bula vom Klinikum Gütersloh. Durch zweimal wöchentlich stattfindende Visiten an den verschiedenen Standorten, an denen auch die Abteilung für Physiotherapie und Ergotherapie teilnimmt, werden die Kompetenzen der Fachgebiete für einen optimalen Behandlungserfolg gebündelt und ein intensiver Austausch zwischen den Behandlern gesichert.

Um eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen Unfallchirurgen und Geriatern sicherzustellen, haben Unfallchirurgen der AG Alterstraumatologie der DGU zusammen mit Geriatern aus den geriatrisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften einen Kriterienkatalog erarbeitet. Dieser liegt dem Zertifizierungsverfahren zum AltersTraumaZentrum DGU® zugrunde. Zudem verpflichten sich die Kliniken zur Teilnahme am AltersTraumaRegister DGU, das als Instrument zum klinikinternen Qualitätsmanagement und zum Benchmarking mit anderen Kliniken dient. Es ist auf Grundlage von international als bedeutsam angesehenen Registerdaten aufgebaut und ermöglicht einen weltweiten Vergleich der Ergebnisqualität.

Zwei Tage haben die Auditoren Petra Brenner und Prof. Dr. med. Benjamin Bücking das seit September 2019 bestehende Zentrum begutachtet und die hervorragende Zusammenarbeit zum Wohl der Patienten gelobt. „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, weil es die hohe Behandlungsqualität über vier Standorte und alle beteiligten Berufsgruppen hinweg bestätigt“, sagt Dr. Dieter Mann vom Sankt Elisabeth Hospital.